Tränen gelacht


"Meisterlügner" begeisterte in Ebersdorf




Den Spruch "Wer einmal lügt, der muß meistens weiterlügen" machte die Laienspielgruppe Ebersdorf zum Thema eines Bühnehstücks, das jetzt gezeigt wurde.

Die Handlung: Man muß nicht unbedingt an die See fahren um sich zu erholen. Schickt man Frau Hanna Stein (Marliese Stegner), und Töchter Heike und Wally (Silke Feyler, Christine Damaschke) allein in den Urlaub, hat man zu Hause Zeit für seine höchst privaten Neigungen - etwa einmal nach Herzenslust tief ins Glas zu sehen. Diesen einfach genialen Gedanken hat der geplagte Familienvater Paul Stein (Wlieland Zapf), dem sich Schwiegersohn Heinz Rosen (Ulli Damaschke) nur zu gern anschließt.

Einfach ist das natürlich nicht, in allerletzter Sekunde von der Urlaubsfahrt abzuspringen, aber ein so köstlicher Gedanke rechtfertigt schon eine kleine Notlüge. Allerdings: Wer einmal lügt, der muß meistes weiterlügen! So muß die Familie Keuchhusten bekommen, Direktor Horn (Klaus Damaschke) Montagebefehl nach München geben, der angehende Schwiegersohn Horst Horsten (Volker Reichel) die Haushüterin spielen, und auch falsche Telefonate und Telegramme lassen sich nicht vermeiden.

Schon ist man alleine und entkorkt die erste Flasche, da nimmt das Schicksal seinen verhängnisvollen Verlauf. Die Schwiergermutter Amanda Brünn (Martha Hott) steht in der Tür, die Pseudo-Haushüterin versagt, die Schlaftabletten werden vertauscht und - schon kaum mehr faßbar - der eingeladene Trinkkumpan Max Brünn (Thomas Pechthold) entpuppt sich als verschollener Schwiegervater.

Da muß man schon das Lügen können, und der Herr des Hauses wächst förmlich - wenn auch unter Todesängsten - über sich hinaus. Als aber Frau und Töchter unerwartet vom Bahnhof zurückkommen, ist wahrhaftig guter Rat teuer. Natürlich wird weitergelogen! Und wie! Jetzt muß der Schwiegersohn in spe die Rolle wechseln und den Direktor Horn darstellen. Welch ein Unglück aber, daß ausgerechnet in diesem Augenblick Direktor Horn persönlich auftaucht. Kein Wunder - jetzt verliert unser Meisterlügner die Nerven, und tatsächlich wäre es beinahe zur Familienkatastrophe gekommen.

Doch keine Angst, um Haaresbreite renkt sich alles so gerade im allerletzten Augenblick wieder ein. Und auch um das Publikum muß man sich nicht sorgen: Ernste Folgen des ununterbrochen Lachens, daß die Tränen flossen sind nicht bekannt geworden. Wer noch mehr über den Meisterlügner erfahren möchte, dem sei verraten daß am Samstag 4. März eine weitere Verstellung statt findet.

Die Pausen verkürzte eine Gesangsgruppe mit Marliese Stegner, Heike Günter, Martha Hott, Margitt Engel, Heiz Faber, Bruno Röhlich, Horst Günter und Klaus Dehler, musikalisch begleitet von Fritz Bischoff (Gitarre). Als Souffleur unterstützte Heinz Faber die Akteure, der sich abschließend bei Regisseur Rudi Reichel, den Mitwirkenden und vor allem bei den Helfern hinter den Kulissen bedankte. Der Reinerlös aus den Veranstaltungen wird der Gemeinde zur Innenausstattung des geplanten Altenwohnheimes übergeben.

Bürgermeister Günter Seiler hatte zum Schluß für die Mitwirkenden eine Überraschung bereit: Den Frauen überreichte er Blumen, den Männern Frankenwein. -lesch-