Wunder gibt es immer wieder


Theatergruppe Ebersdorf begeisterte mit Dreiakter / Noch vier Vorstellungen


Ebersdorf/C. (hesch). "Ja,Mama" ist nicht nur der Titel des Stückes, das die Theatergruppe Ebersdorf in sechs Vorstellungen im Gemeindezentrum präsentiert. es sind auch die meistgesprochenen Worte.

Sie verraten bereits viel über den Charakter des Dreiakters. Dominant beherrschen zunächst die Frauen die Szene. Da ist die Wirtin des alten Dorfgasthauses, Erna Bachhuber (Silke Feyler), die sowohl Gatten Karl (Uwe Kirchner) wie Sohn KarlEmil (Ulli Damaschke) fest im Griff hat, sie kurz hält, aber selbst doch heimlich so manches Genußmittel beansprucht. Die Männer hängen derweil Ihren Träumen nach. Karl Bachhuber hofft, mit seiner Rente ohne seinen Hausdrachen eine Weltreise zu unternehmen und empfiehlt seinem Stammhalter, durch Heirat den Ort zu verlassen. Allen neumodischen und verschönernden Schnickschnack verpönt die Mutter und versucht unerbittlich, ihren Sohn von der "verdorbenen" Welt fernzuhalten.
Kein Wunder also, daß es zu einigen Auseinandersetzungen und Intrigen kommt, als eines Tages die Jugendfreundin Elfriede Stadthans (Manon Oppel) auftaucht, die den Gutbehüteten fortlocken möchte. Die Hosen hat auch Else (Doris Carl), die Frau des Abgeordneten Otto Bamberger, (Klaus Damaschke) in der Ehe an. Aus Sparsamkeitsgründen besteht sie darauf, anstatt im vornehmen Gasthof, in der Dorfkneipe abzusteigen, wo der Politiker zum Pils verseuchte Pilze vorgesetzt bekommt. Erste Hilfe muß da bald Dr. Bauchaufschneider (Martin Bauer) leisten. Das Ehepaar Bamberger mischt kräftig mit, dem Wirtssohn die an Mitgift reiche, aber sonst doch etwas minderbemittelte Gabi Meister (Christine Damaschke) als Zukünftige näherzubringen. Doch Ende gut - alles gut! Elfriede Stadthans schafft es schließlich, den Männern zur Emanzipation zu verhelfen.
Für "Auswärtiga" und "Reigschläfta" beinhaltet das Programmblatt Übersetzungen der wichtigsten "Aberschdorfer" Spezialausdrücke.
Als Souffleure betätigten sich Birgit Salsano und Helga Hopfenmüller. Hinter den Kulissen wirkten außerdem Klaus-Dieter Ultsch, Ralf Oppel und Uli Falkenhain sowie Beleuchter Joachim Sauerbrey. Für die Maske zeichnete Salon Benette verantwortlich. "Ja, Mama" heißt es bei vier weiteren Vorstellungen am morgigen Freitag, und Samstag 6. Mai sowie am Freitag, 12., und Samstag, 13. Mai 1995. Den Erlös stellt die Theatergruppe der Aktion Sorgenkind zur Verfügung.